Spagyrische Essenzen

Die Spagyrik (=Alchemie) ist die Kunst des rechten Umgangs mit den Dingen der Natur.
Aus dem Verständnis und der Beobachtung der Natur entwickelte sich in der Abendländischen Tradition ein Kunsthandwerk, um die Pflanze bzw. das Mineral in ihrer/seiner Gesamtheit – also das Wesen einer Pflanze bzw. eines Minerals zu einer Arznei zu verarbeiten. Später wurde die Spagyrik von der rein stofforientierten Medizin verdrängt.

„Alles hat geistigen Ursprung",

was eigentlich soviel heißt wie die alltägliche Ausdrucksweise von „Gedanken können Berge versetzen" oder „wie oben so auch unten".
Der Alchimist beobachtet die Rhythmen des Lebens. Er hat erkannt, dass es neben dem materiellen Körper, der sichtbar ist, auch einen feinstofflichen, feiner schwingenden Geistkörper gibt, der die körperliche, verdichtete Form umgibt.

Die Alchemie beschreibt die Materie mit den Begriffen „Sal", die „feste" Form mit langsamer Schwingung, und „Sulfur", die „brennbare" Substanz mit schneller Schwingung. Doch das eigentlich Heilende entspricht dem „merkuriellen" Prinzip – den „flüchtigen" Eigenschaften.

Die Natur als Vorbild

Der Ablauf der Prozesse in der Natur dient als Vorbild für das „Spagyrische" Kunsthandwerk, der Alchimist ist nicht nur „Chemiker", sondern auch Mystiker.
Eine Grundlage der Spagyrik ist es die Zeichen in der Natur zu erkennen und zu verstehen (Signaturenlehre) und dann durch verschiedene Verarbeitungsmethoden die lebendigen Kräfte der Pflanze bzw. des Minerals ins Heilmittel zu bringen.

Über die Herstellung spagyrischer Heilmittel

Bei der Herstellung einer spagyrischen Essenz werden Sulfur, Merkur und Sal aus dem Pflanzenkörper geschieden, gereinigt und wiedervereinigt:

Im ersten praktischen Herstellungsschritt wird die „sulfurische" Qualität der Pflanze - das ätherische Öl und die aromatischen Bestandteile - durch Destillation abgeschieden.
Danach wird die Pflanzensuppe zur Gärung gebracht, um das merkurielle Prinzip aus der stoffgebundenen Verbindung zu lösen.
Der Pflanzenrückstand wird verascht und somit das Sal-Prinzip dargestellt.

Diese vereinfachte Beschreibung soll zeigen, dass das Grobstoffliche, also die materielle Form einer Substanz aufgelöst wird, man „trennt das Feine vom Groben". Es findet eine Transmutation von Materie statt und das feinstoffliche Wirkpotenzial wird freigesetzt. Zuletzt werden alle drei Prinzipien zum Heilmittel zusammengesetzt.

Methoden der Spagyrik

  • Putrefaktion
  • (Gärung)Mazeration
  • Destillation
  • Rectifikation
  • Veraschung
  • Calcination
  • Coagulation
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